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14.12.2017: 18:00 Hl. Messe in der Burgkapelle
Rorate mit P. Elmar Pitterle SVD

17.12.2017: 15:00 Besinnliche Führung
24.12.2017: Saisonende
27.12.2017: 18:00 Rosenkranzandacht (Friedensgebet)
zu unserer Lieben Frau von Montserrat

31.12.2017: 22:30 Silvestertour
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Fürst Johann I. Josef

Herzog von Troppau und Jägerndorf, 10. Fürst von und zu Liechtenstein, Österreichischer Feldmarschall, 869. Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies.

Fürst Johann I.

Geb. am 26. Juni 1760 in Wien; verstorben am 20. April 1836 in Wien und am 23. April 1836 in die Michaelerkirche/Wien zur Einsegnung gebracht danach in der Familiengruft Wranau bei Brünn beigesetzt.

Er war einer der wichtigsten Staatsmänner, die mit Kaiser Napoleon verhandelt haben.

Seine Bedeutung ist aus der österreichischen Geschichte des 18. Jh. nicht zu leugnen.

Als Inhaber zahlreicher in- und ausländischer Auszeichnungen, als General für Ober- und Niederösterreich und Kommandant der Stadt Wien, war er wesentlich am Friedensabschluss von Schönbrunn beteiligt.

1809 nimmt er an der Schlacht bei Aspern teil und folgt Erzherzog Karl als Armeekommandant und Feldmarschall nach. Er verhandelte die Friedensschlüsse von Pressburg 1805 und Schönbrunn 1809.

Meinungsdifferenzen bei der Vorgangsweise zu diesem Friedensabschluss 1810 in Schönbrunn, sowie weitere Disharmonien bewegen ihn am 15. 9. 1810 den hohen militärischen Dienst zu quittieren. Danach wendet er sich seinen Besitzungen, die er durch Zukäufe erweiterte, zu.

Als genialer Militärstratege und geschickter Mehrer seiner Hausgüter war ihm zeitlebens eines fremd - Stillstand.

Enkel sagen es den Enkeln:
Wer diese Gegend ihr erhöhtes Leben gab,
war Fürst Johann Josef von Leichtenstein

(Gedenktafel am Neuweg, Mödling 1836)

 

Biographie

Eltern

wurde als sechstes Kind des Fürsten Franz Josef I. und seiner Gattin Marie Leopoldine Gräfin von Sternberg geboren.

Geschwister

Verheiratet

seit 12. April 1792 in Wien mit Josefa Sophie Landgräfin zu Fürstenberg-Weitra

Kinder

Militärische Laufbahn

Der Prinz erhielt bereits in jungen Jahren die sorgfältigste Ausbildung für den Soldatenstand von Feldmarschall Ernst Gideon Graf von Lacy. Im Jahr 1782 trat er als Leutnant in die kaiserlich-österreichische Armee ein.

Bereits im Krieg gegen das Osmanische Reich stellte er in den Feldzügen von 1788-1790 seinen Mut und sein Talent als schneidiger Reiterführer sowie seine Fähigkeit, rasch zu handeln, derart unter Beweis, das er am 19. Dezember 1790 mit dem Ritterkreuz des Maria-Theresien-Ordens ausgezeichnet und bald darauf zum Obersten befördert wurde und zum Kommandeur des Regiments Nr. 7 "Kinsky" ernannt wurde.

Bei Beginn des Ersten Koalitionskrieges im April 1792, nahm er mit einigen Abteilungen des Regiments an den Operationen in der Champagne teil. Im Feldzug von 1793 focht er mit seinem Regiment bei Arlon (1793), danach zeichnete er mit seinen Chevauxlégers besonders im siegreichen Gefecht von Avesnes-le-Sec am 12. September 1793 aus. 1794 nahm er an der erfolgreichen Belagerung von Landrecies (April 1794), der Schlacht bei Le-Cateau (April 1794), sowie den kleineren Gefechten bei Cense-du-Fagnel und Erquelinnes teil, und wurde daraufhin für seine Tapferkeit und Umsicht zum Generalmajor befördert.

Im Feldzug 1796 lieferte er ein ungemein belehrendes Vorbild als Reitergeneral. Durch seine persönliche Tapferkeit und die für jede Lage angemessene Handlungsweise riss er seine Untergebenen immer wieder mit und erzielte so mit einer relativ kleinen Reiterschar immer wieder große Leistungen, wie zum Beispiel in der Schlacht von Würzburg (1796), als er mit seinen Reitern die französischen Linien durchbrach. Dadurch löste er derartige Konfusion aus, so dass dies in Folge die Auflösung der französischen Kräfte bewirkte. Fürst Johann von Liechtenstein bekam für diesen Einsatz bei der 46. Promotion am 26. Juli 1796 das Kommandeurkreuz des Maria-Theresien-Ordens verliehen.

Zu Beginn des Zweiten Koalitionskrieges im März 1799 zog Fürst Liechtenstein wieder den österreichischen Offiziersrock über, und focht als Reiterführer in der k.k. Italien-Armee unter Melas und dem russischen Feldmarschall Suworow. Liechtenstein entschied mit seiner Kavallerie die erbittert gelieferte Schlacht an der Trebbia (1799) und wurde zum Feldmarschall-Leutnant befördert. Für seine an der Trebbia an den Tag gelegte derartig persönliche Bravour, wurde der Fürst später bei der 66. Promotion am 18. August 1801 mit dem Großkreuz des Maria-Theresien-Ordens ausgezeichnet.

Anfang Dezember 1800 zur kaiserlichen Hauptarmee nach Deutschland versetzt, kommandierte er in der Schlacht von Hohenlinden ( Dezember 1800) die verbündete österreichisch-bayerische Kavallerie der Hauptkolonne unter Feldmarschall-Leutnant Graf von Kolowrat-Liebsteinsky, bei welcher sich auch der Oberbefehlshaber Erzherzog Johann persönlich befand. Hier bei der Hauptkolonne eingesetzt stand er im Mittelpunkt der schrecklichen Waldkämpfe zwischen Maitenbeth und St. Christoph und musste schwere Verluste gegen die von allen Seiten attackierenden französischen Truppen Walthers und Richepanses hinnehmen. Nach der katastrophalen Niederlage von Hohenlinden übernahm er das Kommando über das Reservekorps, nachdem der Feldmarschall-Leutnant Graf von Kolowrat-Liebsteinsky abberufen worden war. Liechtenstein führte das Reservekorps mit Tapferkeit und Umsicht in den Rückzugsgefechten entlang der Saalach, wo er einige Abwehrerfolge erzielen konnte.

Als Abgesandter Österreichs handelte er 1805 zunächst den Waffenstillstand, später den Frieden zu Pressburg aus. 1806 wurde er von Kaiser Franz I. zum Kommandeur der Stadt und Festung Wien ernannt. 1809 kämpfte er als Kommandeur der Kavallerie gegen Napoleons Armee bei Aspern und Eßling (21./22. Mai), Wagram (5./6. Juli) und Znaim und handelte erneut den Waffenstillstand aus.

Nach dem Rücktritt 1809 von Erzherzog Karl, übernahm Fürst Johann Josef I von und zu Liechtenstein am 31. Juli als Generalissimus den Oberbefehl über die Armee und schloss am 14. Oktober den Frieden von Schönbrunn ab. Da der Staat die Tributzahlung von zehn Millionen Gulden nicht aufbringen konnte, übernahm Fürst Johann Josef die Bürgschaft bei den Banken. Ab 12. September 1809 war er Feldmarschall. Am 15. September 1810 tratt er aus allen Ämtern zurück. Seit dieser Zeit trat Fürst Liechtenstein vom Kriegsschauplatz ab, lebte für sich und seine Familie und sorgte unermüdlich für das Wohl des Fürstentums und seiner Untertanen. Er widmete sich mit Vorliebe für Künste und Wissenschaften sowie der Wohlfahrtspflege in Österreich.

Laufbahn

Auszeichnungen

Erwerbungen

Er bemüht sich, jene Stammsitze, von denen er meinte, dass sie für die Familientradition wichtig seien, zu erwerben.

Den größten Teil der neu angekauften Güter verwendete der Fürst zur Begründung von Majoraten für die drei Söhne Franz, Karl und Friedrich, welche dem erstgeborenen Sohne Alois gefolgt waren.

Ausbau der Kulturgüter

Richtungweisend zeigte er sich auch auf dem Gebiet der Gartenkunst mit der Anlage von Biedermeiergärten und Parklandschaften nach englischem Vorbild auf seinen Herrschaften und in Wien, Niederösterreich und Mähren. Hier nur ein kleiner Auszug:

Schloss und Herrschaft Hadersfeld

1765 erworben durch die Fürsten von und zu Liechtenstein, und unter Johann Josef I. Fürst Liechtenstein, wurde das um 1500 errichtet Schloss, von 1803 bis 1806 zu einem Jagdschloss umgebaut und erweitert. Er vereinigte die Herrschaft Hadersfeld mit der Herrschaft Judenau, beide wurden 1954 verkauft.

Herrschaft Seebenstein und Thernberg

Türkensturz Ruinenreste ließ der Grundeigentümer, Fürst Johann Josef I. von Liechtenstein, in der Zeit der Romantik 1824/25 zum Schmuck der Landschaft und zur Eindämmung der Arbeitslosigkeit errichten.

Herrschaft Burg Liechtenstein

Der Kalenderberg wurde vom Fürsten Johann I. Joseph von u. zu Liechtenstein aufgeforstet, Ganz befangen in der Baugesinnung und Naturbetrachtung seiner Zeit, lies er dies mit großem finanziellem Aufwand geschehen. Davor war der Kalenderberg schwach bis gar nicht bewaldet, was auf mehrere Jahrhunderte langen Viehtrieb und das windreiche Klima zurückzuführen ist (Verkarstung). Er ließ Erde aufschütten und Baume pflanzen, welche händisch bewässert werden mussten. Die Burg und das Schloss Lichtenstein bildeten den Kern dieses englischen Landschaftspark.

Unter Fürst Johann Josef I. von und zu Liechtenstein wurde ein ca. 1600 ha umfassendes Gebiet um die Burg und Schloss Liechtenstein ab 1808 mit Schwarzkiefern und romantischen Bauten, nach englischen Vorbild errichten. Gleichzeitig wurde auch der heutige Naturpark Sparbach im Ausmaß von 420 ha, als Wildreservat, errichtet.

Die Herrschaft Liechtenstein in Niederösterreich, wie die Herrschaft Eisgrub in Mähren waren die Lieblingssitze des Fürsten; diesen Herrschaften wendete er seine Hauptfürsorge zu und verschönerte sie durch Bauten und Parkanlagen in jeder Weise; so war die Umwandlung des sumpfigen Eisgruber Terrains in eine herrliche Gartenlandschaft eines seiner Werke. Der Gartenbaudirektor Johann Bernhard Petri lieferte bedeutende Pläne zur Schaffung des englischen Parks in Eisgrub und nahm Einfluss in die Gestaltung des englischen Landschaftparks Liechtenstein.

So ließ Fürst Johann Josef I. bereits 1808 die Burgruine Liechtenstein von Hardtmuth planlich dokumentieren und begann mit dem Wiederaufbau. Er ließ eine Rüstkammer und einen Rittersaal in der Burg errichten und die Vorburg zugänglich machen, wie auch den heutigen oberen Torbereich errichten.

Herrschaft Eisgrub

Auch als kunstliebender Mäzen tat sich der in die Jahre gekommene Fürst hervor. Männer wie Grillparzer, Hardtmuth oder Kornhäusel waren mannigfach Nutznießer seiner finanziellen Zuwendungen und klassizistischen Bauaufträge. So lies er Anfang des 19. Jahrhunderts, einen Großteil der umfangreichen Kunstsammlung in die Rossau transferieren. Dort wurde sie ab 1807 erstmals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.

Auch sein soziales Engagement sei hier kurz erwähnt: als es 1830 in Wien zu einer verheerenden Überschwemmung gekommen war, spendete er den Bürgern täglich zehn Schiffsladungen mit Lebensmitteln.

Regent

Als am 24. März 1805 Johanns regierender Bruder Fürst Aloys Joseph von Liechtenstein verstarb, und keine Nachkommen hinterließ, wurde Johann als Johann I. Joseph 10. souveräner Fürst von Liechtenstein.

Bald nach dem Regierungsantritte vollzog sich in der Weltgeschichte ein auch für das Reichsfürstentum Liechtenstein höchst wichtiges Ereignis; am 12. Juli 1806 wurde der Reinbund gegründet, dem das Fürstentum Liechtenstein beigesellt wurde. Der Fürst war bei den die Gründung dieses Bundes betreffenden Verhandlungen nicht vertreten, der Anschluss war ohne seine Mitwirkung erfolgt; Napoleon, der mit dem Fürsten schon aus Anlass der Verhandlungen, die am 17. Oktober 1797 zum Frieden zum Campoformio führten und nachträglich bei jenen Unterhandlungen, die am 27. Dezember 1805 den Preßburger Frieden zur Folge hatten, in persönliche Berührung gekommen war, wollte ihm einen Beweis der besonderen Achtung, die er für ihn empfand, geben, indem er ihn zum Rheinbunde zuzog. Infolge der Gründung dieses süddeutschen Staatenbundes legte Kaiser Franz die deutsche Kaiserkrone nieder und es wurde Liechtenstein, welches bis dahin als Reichsfürstentum dem deutschen Reiche angehört hatte, ein souveräner Staat. Der Fürst konnte indessen die ihm von Napoleon zugedachte Auszeichnung für seine Person nicht annehmen, wollte er nicht zwischen Österreich und Frankreich in Konflikte geraten; da die Rheinbundsakte überdies jeden Teilnehmer verpflichtete, sein Land bei Übernahme fremder oder feindlicher Kriegsdienste einem der jüngeren Söhne zu übergeben, trat Fürst Johann die Regierung des Fürstentums seinem dritten, am 14. Juni 1803 geborenen Sohne Karl ab, behielt sich jedoch für die Dauer der Minderjährigkeit des Prinzen die Vormundschaft vor. Es handelte sich also um eine mehr formelle, gebotene Maßnahme, welche, nach Zerfall des Rheinbundes wieder rückgängig gemacht wurde; der eigentliche Regent blieb auch während dieser Zwischenzeit Fürst Johann. Er daher führte von 1806-1813 vormundschaftlich die Regierung und trat nach Zerfall des Rheinbundes wieder selbst an die Regierungsspitze.

Zur Zeit als Fürst Johann Josef die Regierung des Fürstentums übernahm, befand sich dieses Land in einer sehr gedrückten Lage; seit dem Ausbruche der französischen Revolution und dem darauf folgenden Kriegen war es der Schauplatz unausgesetzter Durchzüge, Einquartierungen und Bewegungen österreichischer, französischer und russischer Truppen gewesen und in seinem Gebiete sowie in dessen nächster Nachbarschaft hatten sich blutige Kämpfe abgespielt. Der Schaden, den das kleine Land infolge dieser Ereignisse erlitten hatte, waren enorm. Dem Fürsten Johann waren die traurigen Zustände, in welche das Fürstentum geraten war, bekannt und er war schon frühzeitig darauf bedacht, so ergab sich von selbst die Notwendigkeit, neue und bessere Organisationen an Stelle der veralteten ins Leben zu rufen; hier konnte durch das neu begründete Verhältnis der Souveränität wirksam und glücklich eingegriffen und Nützliches geschaffen werden.

Der Fürst hatte bald nach seinem Regierungsantritte verschiedene in volkswirtschaftlicher Hinsicht Verfügungen erlassen, z.b. im Jahre 1806 das Verbot der Güterzerstückelung und im Jahre 1807 eine für die damaligen Verhältnisse sehr praktische Steuerordnung, die eine allgemeine Besteuerung einführte. Im Zusammenhang mit der Aufhebung des Institutes der Landammänner, erließ Fürst Johann Josef I., am 1. Jänner 1809 verschiedenen wichtigen Gesetze, so unter anderen das Grundbuchspatent, die Konkursordnung und die Erbfolge- und Verlassenschaftsabhandlungsordnung.

Mit Erlass vom 18. Februar 1812 führte der Fürst das österreichische allgemeine bürgerliche Gesetzbuch, die österreichische allgemeine Gerichtsordnung und das österreichische Gesetzbuch über Verbrechen und schwere Polizeiübertretungen in Liechtenstein ein und im Jahre 1819 wurden verschiedene, in Österreich zur Ergänzung dieser Gesetze ergangene Vorschriften als für Liechtenstein verbindlich erklärt; im Jahre 1829 verfügte der Fürst die Einführung einer Hundesteuer.

Am 3. Oktober 1812 rief er einen Schulfond ins Leben, die Schulpflicht vom angetretenen 7. bis zum vollendeten 14. Jahre wurde eingeführt und ein Schulgesetz vom 5. Oktober 1827 erlassen.

Eine für den Verkehr wichtige Maßregel war die Einführung 1817 unter Wahrung seiner Souveränitätsrechte, der österreichischen Post in Liechtenstein; am 10. Oktober 1812 sanktionierte der Fürst die Feuerlöschordnung.

Fürst Johann Josef I. übernahm 1813 wieder für seine eigene Person die Regierung des Fürstentums und schloss in Frankfurt am 7. Dezember 1813 mit Kaiser Franz einen Vertrag ab, in welchem er für sich und seine Erben dem Rheinbund entsagte und sich den Einrichtungen fügte, welche die neue Ordnung der Dinge erfordern würde, die zur Aufrechthaltung der Unabhängigkeit Deutschlands notwendig würden, wogegen Österreich dem Fürsten seine Souveränität und seine Besitzungen garantierte.

Im Zuge der politischen Neuordnung Europas nach dem Wiener Kongress, trat am 8. Juni 1815 dann Fürst Johann mit seinem souveränen Fürstentum dem deutschen Bund bei, 26. September 1815 in Paris die „Heilige Allianz" geschlossen wurde, erklärte der Fürst am 12. Oktober 1817 den Beitritt zu dieser und gab 1818 dem Fürstentum eine landständische Verfassung. Diese Mitgliedschaft war eine nochmalige Bestätigung der staatlichen Souveränität Liechtensteins.