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Stammburg der Fürsten von Liechtenstein
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Die Burg hat geöffnet und kann während den Öffnungszeiten mit einer Führung besichtigt werden!




Nächste Termine:

25.03.2017: 13:00 und 14:30 Ein fürstlicher Nachmittag
26.03.2017: 15:00 Kinderführung
27.03.2017: 18:00 Rosenkranzandacht (Friedensgebet)
zu unserer Lieben Frau von Montserrat

01.04.2017: 13:00 und 14:30 Ein fürstlicher Nachmittag
02.04.2017: 15:00 Kinderführung
07.04.2017: 19:00 Kinder-Dämmerungsführung
Anmeldung erforderlich!

08.04.2017: 13:00 und 14:30 Ein fürstlicher Nachmittag
09.04.2017: 15:00 Kinderführung
14.04.2017: Karfreitag geschlossen!
15.04.2017: Karsamstag
gesonderte Öffnungszeiten!

15.04.2017: 15:00 Besinnliche Führung
16.04.2017: 15:00 Kinderführung
17.04.2017: 15:00 Kinderführung
22.04.2017: 13:00 und 14:30 Ein fürstlicher Nachmittag
23.04.2017: 15:00 Kinderführung
27.04.2017: 18:00 Rosenkranzandacht (Friedensgebet)
zu unserer Lieben Frau von Montserrat

28.04.2017: 18:00 Gottesdienst in der Burgkapelle St. Pankratius
Marienmesse zum Gedenktag unserer Lieben Frau von Montserrat

29.04.2017: 13:00 und 14:30 Ein fürstlicher Nachmittag
30.04.2017: 15:00 Kinderführung
01.05.2017: 15:00 Kinderführung



Baugeschichte der Burg

Die Forschungsgeschichte ist relativ umfangreich, da die Burg schon während des 19. Jahrhunderts, bereits lange vor der letzten Restaurierung, im Blickpunkt von Topographen und Reiseschriftstellern sowie der Geschichts- und Altertumswissenschaften stand und daher wiederholt über sie berichtet wurde. Viele in dieser Periode entstandene Fehlmeinungen - insbesondere zur Entstehungszeit bzw. zur bauhistorischen Entwicklung - hielten sich hartnäckig bis in die jüngste Vergangenheit und lassen sich zum Teil bis heute nicht korrigieren.

Baugeschichte

Den Grundstein legte vielleicht ein zu circa 1156 datierter, aber verfälschter Eintrag im Zwettler Stiftungenbuch, der "Bärenhaut", den man als letzte Erwähnung Hugos von Liechtenstein sah. Nach der Kirchlichen Topographie aus dem Jahr 1824 befand sich über dem Tor des neuen Schlosses eine heute verschollene Inschrift, nach der die Burg 1165(!) von einem Liechtensteiner erbaut worden sei. An dieser Jahreszahl hielt bzw. hält die burgenkundliche und historische Literatur seither fest. Auch der Altmeister der österreichischen Burgenforschung, Adalbert Klaar, griff dieses Jahr zur Datierung auf, setzte aber später den Ursprung der Burg in die Jahre 1136-1141, die Errichtung der Kapelle hingegen in die Mitte des 12. Jahrhunderts.

Vorburg

Die Vorburg gliedert sich in einen oberen Teil auf einer Felsterrasse im Osten der Kernburg und einen unteren, größeren Teil am Südfuß der Kernburg. Wo sich heute der obere Teil befindet, stand nach Abbildungen des 17. Jahrhunderts eine Gruppe von Gebäuden, die heute allesamt verschwunden sind. Im ausgehenden 18. Jahrhundert, bzw. um 1800 waren diese noch unter Dach, spätestens 1812 fehlten sie mit Ausnahme der Nordmauer aber komplett. Die heutigen, romanisierenden und zum Teil mit Buckelquadern versehenen Bauteile, die die "Neue Stiege" zum oberen Zugang umfassen, entstanden anlässlich der Restaurierung. Im unterhalb befindlichen "Weinkeller" und am Fuß der nördlichen Ringmauer blieben jedoch Teile älterer Mauern erhalten, die vermutlich eine kleine, zum Ursprungsbau gehörige Vorburg rekonstruieren lassen.

Datierung und bauliche Entwicklung der romanischen Burg liegt zwischen 1130 und 1136/40.

Die Nennungen Hugos von Liechtenstein in den 30er- und 40er-Jahren des 12. Jahrhunderts belegen die Existenz einer Burg, die man früher - kaum gerechtfertigt - auf dem nördlich gelegenen Großen Rauchkogel suchte.

In der Vergangenheit wurde oftmals in der Literatur die Errichtung eines Wohnturmes samt Kapelle erwähnt, man hat jedoch übersehen, dass der "Alte Turm" viel zu klein für einen herrschaftlichen Wohnturm ist und auch jeder Ausstattung entbehrte. Auch die frühe Nutzung als Zisterne schließt eine Wohnfunktion relativ bald aus, es hätten daher gleichzeitig bereits weitere Bauteile auf dem westlich anschließenden Fels bestehen müssen. Die vermuteten Bauphasen hätten zudem entsprechende Spuren in Form von Baunähten oder unterschiedlichen Mauertechniken hinterlassen müssen. Insbesondere konnten die aktuellen Untersuchungen auch nachweisen, dass Torbau und Apsis der Kapelle in Verband stehen, die Kapelle also nicht - wie Klaar annahm - lange freigestanden hat und erst später ummantelt wurde. Weiters zeigen sich an der gesamten Burg, speziell an mehreren Fensteröffnungen, übereinstimmende Details, was bei einer Bauunterbrechung von bis zu einem Jahrhundert wohl kaum möglich ist. Auch dieser Umstand spricht für einen Bauablauf ohne wesentliche Unterbrechungen.

Baugeschichte

Kunsthistorische Untersuchungen, aber auch aktuelle Vergleiche mit bekannten Bauten vor bzw. um Mitte des 12. Jahrhunderts - wie die Kirchen in Hennersdorf, Thernberg oder Scheiblingkirchen - führen wohl auf die richtige Spur. Insbesondere ist auf spezielle Bezüge zur romanischen Stiftskirche von Klosterneuburg hinzuweisen, in diesem Rahmen auf das Portal der Burgkapelle, das enge Parallelen mit Klosterneuburger Portalen des 1. Drittel des 12. Jahrhunderts aufweist.

Schon Richard Donin bezeichnete deshalb das Kapellenportal der Burg Liechtenstein als das älteste, in ursprünglicher Form erhaltene Portal unseres Landes. Einige Fensterdetails der Burg finden Parallelen am Saalbau des Gertrudshospizes in Klosterneuburg, das ebenfalls der Regierungszeit Markgraf Leopolds III. († 1136) zugewiesen wird. Einer reizvollen Hypothese zufolge könnten an der Burg Handwerker oder Steinmetze gewirkt haben, die auch an der Stiftskirche von Klosterneuburg arbeiteten.

Immerhin entstammt auch die Mehrzahl der 1136/41 anzusetzenden Nennungen Hugos von Liechtenstein dem Klosterneuburger Traditionsbuch. Aufgrund des derzeitigen Forschungsstandes ist davon auszugehen, dass in dieser Zeit ab 1130 auch die Burg errichtet wurde.

Auszug aus Forschungsgeschichte für den Burgführer der Burg Liechtenstein von Gerhard Reichhalter